Europaweit finden dieser Tage Protestaktionen von Milchbauern statt, die aufgrund der dramatisch gesunkenen Milchpreise in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sind. Die Politik von EU-Kommission, Bundesregierung und Bauernverband setzt leider nicht an der Wurzel des Übels, der Überproduktion, an, sondern entzündet Strohfeuer mit Hilfe von Exportsubventionen und neuen Milchseen und Butterbergen, die mit Steuergeldern aufgekauft werden.Eine solche Protestaktion fand auch hier bei uns in Nordhessen, in Malsfeld im Schwalm-Eder-Kreis statt. Brennende Strohballen wurden mit mehreren tausend Litern Milch gelöscht.
Ich weiß, dass solche Aktionen umstritten sind, weil Lebensmittel vernichtet werden. Trotzdem finde ich sie richtig! Wer sich die Gesichter der Beteiligten angeschaut hat, weiß, dass das keine leichtfertige Aktion war, sondern dass die dramatische Situation der Betriebe solche dramatischen Aktionsformen notwendig macht. Einige der beteiligten Bäuerinnen hatten Tränen in den Augen.
Ich persönlich ärgere mich über die offensichtliche Show-Politik der Bundesregierung, wenn es bei den Milchviehbetrieben ums pure Überleben geht. Wir Grüne wollen die Milchmenge reduzieren, um den Bauern die Chance auf einen fairen Preis zu bieten. Ein erster Schritt, den wir auf nationaler Ebene gehen könnten, wäre, die Saldierung auszusetzen. Mehr zu Grüner Milchpolitik findet ihr hier.
Bis bald,
Eure
Nicole










