Gestern Abend, um 19.30 Uhr in der Caricatura-Bar in Kassel. Immer wieder konnte man folgendes interessante Phänomen beobachten: BesucherInnen kommen in die Bar, bleiben stehen, schauen auf die Runde, die sich an vier Tischen in der Mitte des Raumes zusammengefunden hat, setzen sich dazu, oder an die Bar, und hören still zu oder steigen in die Diskussion ein. Die drehte sich um die Frage, was Ost und West auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung noch trennt – auch die nach 1989 geborenen. Zu Gast war die Bundestagsvizepräsidentin und DDR-Bürgerrechtlerin Katrin Göring-Eckardt, die neben politischen Einschätzungen auch ganz persönliche Erfahrungen mit den aus Ost und West stammenden DiskussionspartnerInnen austauschte.
Mit Bedauern müssen wir feststellen, dass sich auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung einige Vorurteile in den Köpfen der Menschen halten. Über Stasi und Bürgerrechtsbewegung und der Haltung der westdeutschen Linken zur DDR bis hin zu so profanen Dingen wie der Frage, ob es in der DDR eigentlich Ketchup gab, wurde knapp 90 Minuten lang engagiert debattiert. Ein abschließendes Ergebnis kann so ein Abend nicht bringen – aber viele Denkanstöße für jetzt und später. Dafür danke an alle, die mitdiskutiert haben.
Bis bald,
Eure
Nicole









