Die offizielle Sprachregelung der Union zum Thema Atomkraft ist „Brückentechnologie“- neue AKW will natürlich niemand – das ist doch klar.
Nicht einmal die eifrigste Verteidigerin der Energiepolitik von vorgestern, Katherina Reiche kennt „keinen, der dies auch nur entfernt beabsichtigt“
Na gut, Frau Reiche, schauen wir doch mal, ob sie die folgenden Personen kennen:
Annette Schavan:
“Es geht heute in Deutschland nicht darum, neue Kernkraftwerke zu bauen, aber wer kann sagen, ob das auch noch in zehn Jahren gilt?”
Quelle: Bild am Sonntag, 06.07.2008
Ok, die kennen auch viele andere Deutsche nicht; immerhin hat die große Koalition in der Föderalismusreform dem Bundesbildungministerium ja auch fast alle Kompetenzen weggenommen. Aber Sie sollten sie schon kennen, ist ja immerhin eine Parteifreundin von ihnen und stellvertretende Parteivorsitzende der CDU.
Aber wie wäre es mit diesem hier:
Philipp Mißfelder:
“Auf Dauer geht es ohne Kernenergie nicht. Deshalb brauchen wir in Deutschland Laufzeitverlängerungen und neue Kernkraftwerke”
Quelle: 06.07.2008, Bild am Sonntag
Unser Kollege Mißfelder sollte ihnen doch bekannt sein, er ist immerhin Vorsitzender der Jungen Union. Vielleicht erinnern Sie sich an seine luziden Beiträge zum Thema Hüftgelenke oder Hartz IV.
Und sie kennt nun wirklich jeder:
Angela Merkel:
“Wenn ich sehe, wie viele Kernkraftwerke weltweit gebaut werden, wäre es jammerschade, wenn Deutschland aussteigen würde.”
Quelle: Rede bei der BDI-Jahrestagung, 15.06.2009
Und wenn da immer noch niemand dabei war, den Sie kennen, dann hilft einfach ein Blick in den Spiegel:
“Wenn europäische Länder den Neubau planen, kann Deutschland nicht abseits stehen”
Das stammt von Ihnen: Katharina Reiche, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, CDU
Quelle: Die Welt, 09.02.2009
Wer sich nicht mehr genau erinnern mag, was vor 23 Jahren in Tschernobyl geschehen ist, bitte hier klicken.
Musiktipp für nebulöse Wahlkampftaktik: Funny van Dannen: „Freunde der Realität“
Bis bald,
Eure
Nicole








